Interaktive Animation zum Funktionsprinzip eines Spannungsteilers

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Die folgende Animation stellt das Funktionsprinzip eines Spannungsteilers dar. Spannungsteiler haben für die elektrische Signalverarbeitung eine zentrale Bedeutung.

Beschreibung

Ein Spannungsteiler ist eine Reihenschaltung, die eine Eingangsspannung in zwei kleinere Ausgangsspannungen aufteilt. Die Größe der Ausgangsspannungen hängt vom Verhältnis der Widerstandswerte ab. Eine größere Spannung wird über den Widerstand abfallen, der einen höheren Widerstandswert hat. Spannungsteiler reduzieren die Spannung auf ein für nachfolgende Schaltungen geeignetes Niveau.

In der Animation wird dieser Zusammenhang durch die blauen Spannungspfeile neben der Schaltung veranschaulicht: Die Pfeile für URA und URPot teilen sich die Gesamtlänge des Pfeils für Uges untereinander auf. Verändert man den Widerstandswert des variablen Bauteils über den Schieberegler links, passen die Pfeile ihre Länge sofort an. Der größere Spannungsanteil fällt stets über dem höheren Widerstand ab.

Grundlagen

Das Verhältnis der Ausgangs- zur Eingangsspannung wird durch das Verhältnis der Widerstandswerte bestimmt.

\[ U_a = U_e \cdot \frac{R_2}{R_1 + R_2} \]

  • Ua: Ausgangsspannung
  • Ue: Eingangsspannung
  • R1, R2: Widerstände des Spannungsteilers

Diesen Zusammenhang können Sie in der Animation direkt nachvollziehen: Über das Eingabefeld lässt sich der Wert von RA zwischen 100 und 9000 Ω einstellen. Den zweiten Widerstand verändern Sie mit dem Schieberegler links. Die sich ergebenden Spannungswerte URA und URPot werden neben den Pfeilen numerisch angezeigt und summieren sich stets zu Uges = 12 V. Über die Checkbox „I_ges“ lässt sich zusätzlich der Gesamtstrom als roter Pfeil einblenden.

Wo begegnet man Spannungsteilern?

Spannungsteiler finden sich in zahlreichen Anwendungen der Elektrotechnik und Elektronik. Oft begegnet man ihnen, ohne es bewusst wahrzunehmen:

  • Lautstärkeregler (Potentiometer): Ein Drehregler an einer Stereoanlage oder einem Verstärker ist ein variabler Spannungsteiler. Durch Drehen des Reglers wird das Widerstandsverhältnis verändert und damit die Signalspannung – also die Lautstärke – stufenlos eingestellt. In der Animation ist das Potentiometer als Standardbauteil ausgewählt. Der Schieberegler links stellt den Drehwinkel α dar. Im Koordinatensystem rechts ist der lineare Zusammenhang zwischen Drehwinkel und Widerstandswert RPot zu erkennen: Ein größerer Drehwinkel ergibt einen proportional größeren Widerstand.
  • Temperatursensoren: Ein NTC-Widerstand (Heißleiter) wird häufig zusammen mit einem Festwiderstand als Spannungsteiler geschaltet. Da sich der Widerstand des NTC mit der Temperatur ändert, ändert sich auch die Ausgangsspannung – ein Mikrocontroller kann so die Temperatur messen. Wählen Sie über die Radiobuttons am unteren Rand der Animation den „Thermistor“ aus. Der Schieberegler repräsentiert dann die Temperatur ϑ, und im Koordinatensystem zeigt die Kennlinie den nichtlinearen Zusammenhang zwischen Temperatur und Widerstand RTher. Beobachten Sie, wie sich die Spannungsaufteilung dadurch anders verhält als beim linearen Potentiometer.
  • Lichtsensoren: Ganz ähnlich funktioniert es mit einem LDR (lichtabhängiger Widerstand). In Kombination mit einem Festwiderstand entsteht ein Spannungsteiler, dessen Ausgangsspannung von der Helligkeit abhängt – die Grundlage vieler Dämmerungsschalter. In der Animation kann dieses Verhalten über den Radiobutton „Fotodiode“ simuliert werden. Der Schieberegler steuert dann die Lichtstärke E, und die nichtlineare Kennlinie von RFoto wird im Koordinatensystem rechts angezeigt.
  • Pegelwandlung bei Mikrocontrollern: Viele Sensoren arbeiten mit 5 V Logikpegel, während moderne Mikrocontroller (z. B. ESP32) nur 3,3 V vertragen. Ein einfacher Spannungsteiler mit zwei Widerständen kann die Signalspannung auf ein sicheres Niveau reduzieren. Der Grundgedanke lässt sich in der Animation nachstellen: Wählen Sie das Potentiometer und stellen Sie die Widerstandswerte so ein, dass URPot den gewünschten Zielwert erreicht – die angezeigte Spannung ändert sich dabei in Echtzeit.

Beim Umschalten zwischen den vier Bauteiltypen in der Animation fällt auf, dass sich das Schaltbild in der Mitte anpasst: Das Schaltzeichen des zweiten Bauteils wechselt entsprechend. Beim Transistor wird zusätzlich ein Basisstrom Ib als roter Pfeil angezeigt, da der Transistor über diesen Strom gesteuert wird.

Belasteter und unbelasteter Spannungsteiler

Die oben dargestellte Formel gilt streng genommen nur für den unbelasteten Spannungsteiler – also den Fall, dass kein Strom aus dem Ausgang entnommen wird. In der Praxis wird jedoch fast immer eine Last (ein Verbraucher) an den Ausgang angeschlossen.

Was passiert bei Belastung?

Wird ein Lastwiderstand RL parallel zu R2 angeschlossen, bilden R2 und RL eine Parallelschaltung. Der Gesamtwiderstand dieser Parallelschaltung ist kleiner als R2 allein:

\[ R_{2,ges} = \frac{R_2 \cdot R_L}{R_2 + R_L} \]

  • R2,ges: Gesamtwiderstand der Parallelschaltung
  • R2: Widerstand des zweiten Widerstands im Spannungsteiler
  • RL: Lastwiderstand

Da R2,ges kleiner ist als R2, sinkt die Ausgangsspannung Ua gegenüber dem unbelasteten Fall. Man spricht davon, dass die Spannung „einbricht“.

Wann kann man die Belastung vernachlässigen?

Als Faustregel gilt: Ist der Lastwiderstand RL mindestens zehnmal so groß wie R2, weicht die Ausgangsspannung nur geringfügig vom idealen Wert ab. Je kleiner RL im Verhältnis zu R2 ist, desto stärker bricht die Spannung ein – und desto weniger eignet sich ein einfacher Spannungsteiler als Spannungsversorgung.

Anforderungen

PlattformPC/Mac bzw. Tablet
Auflösung (min)1280 x 720

Weitere Informationen

Die in dieser Animationen verwendeten GUI-Elemente sind unter der MIT-Lizenz veröffentlicht:

https://github.com/sebriko/animiert

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Mitwirkende

C. Hein, S. Rikowski