Lerntheorien sind Erklärungsversuche für die Prozesse, die beim Lernen ablaufen.
Im Behaviorismus (50er bis 70er Jahre) wird das Lernen funktional betrachtet. Lernen wird dabei als veränderte Reaktion auf Umweltreize verstanden. Dem Behaviorimus hat den Anspruch, sich ausschließlich auf beobachtbares Verhalten zu stützen, wie es sich in Versuchen reproduzieren lässt.
Im Konstruktivismus (ab den 80er Jahren) wird das Lernen auf innere (und nicht beobachtbare) Prozesse zurückgeführt. Lernen kommt durch Eigenaktivität der Lernenden zustande. Zu lernen bedeutet, dass neues Wissen aktiv in vorhandene geistige Strukturen eingebaut wird.
Der Kognitivismus (ab den 80er und 90er Jahren) untersucht das Lernen auf der Grundlage von Konzepten wie Arbeitsgedächtnis, Langzeitgedächtnis und Aufmerksamkeit. Das Lernen wird hier unter dem Aspekt der Informationsverarbeitung gesehen.
Der Konnektivismus ist ein gegenwärtiger Trend in der Lernforschung, bei dem die gesellschaftliche Komponente des Lernens im Vordergrund steht. Der Konnektivismus gilt nicht Lerntheorie, er grenzt sich aber bewusst gegen eine gesellschaftlich isolierte Sicht auf das Lernen ab.
Die Theorien sind in unterschiedlichen Jahrzehnten des 20. und 21. Jahrhunderts entstanden. Sie wurden auch in bewusster Abgrenzung zueinander entwickelt. Eine allgemein anerkannte Theorie gibt es nicht.
In Bezug auf das Lernen mit Animationen lassen sich aus kogitivistischen Ansätzen, wie z.B. der Cognitive-Load-Theorie detaillierte Vorgaben für das didaktische Design ableiten. Dies hängt damit zusammen, dass in diesem Bereich vergleichsweise viele Untersuchungen zum Lernen mit Animationen durchgeführt wurden.