Modelle sind im Bereich des Lernens allgegenwärtig. Beispiele sind: Spielzeuge, Atommodelle, Baukästen, Architekturmodelle oder 3D-Drucke. Auch Grafiken und Animationen zählen dazu. Modelle helfen dabei, kritische Faktoren beim Lernen zu überwinden. Im Bereich der Technik und der Naturwissenschaften ist dies z. B. die Tatsache, dass viele Prozesse nicht direkt beobachtbar sind.
Modelle sind Ersatzobjekte. Modelle erfüllen etwas, das normalerweise nur die Wirklichkeit erfüllen kann. Je nach Art des Modells kann es sich um unterschiedliche Funktionen handeln. Modelle können reale Wirkungen entfalten (z.B. Prothesen, Werkzeuge oder digitale Zwillinge). Sie können der ästhetischen Anschauung dienen oder Lernprozesse unterstützen.
Für Stachowiak sind Modelle durch das Abbildungsmerkmal (Was wird abgebildet?), das Verkürzungsmerkmal (Was wird nicht abgebildet?) und das pragmatische Merkmal (Was ist der Zweck?) gekennzeichnet.
Modelle stehen in einem Handlungskontext. Beispielsweise ist ein Röntgenbild nicht ohne den medizinischen Kontext (Diagnose und Behandlung) denkbar. Didaktische Modelle können Teil eines Unterrichtsgeschehens sein. In allen Kontexten beeinflussen sie das Geschehen entscheidend.
Dies gilt auch für bloß vorgestellte Modelle. Eine vorgestellter Grundriss führt vielleicht zum Ziel. Mentale Modelle beeinflussen Entscheidungen bei der Entwicklung und Anwendung von Technik.
Der Begriff des Modells ist nützlich, weil didaktische Empfehlungen (z.B. Forderung nach Reduktion, Forderung nach räumlicher und zeitlicher Kontiguität) modellübergreifend anwendbar sind. Von der Wahl des geeigneten Modells und Mediums hängt ab, ob der kritische Faktor beim Lernen überwunden werden kann.
Literature
Stachowiak, Herbert: Allgemeine Modelltheorie, Wien/New York: Springer 1973